Die Diagnose basiert auf der Isolierung von Salmonella typhi oder S. paratyphi aus einer oder mehreren Blutkulturen.
Die Kulturen sind während der bakteriämischen Phase der Krankheit, in der Regel in den ersten zwei Wochen, positiv. Sie können jedoch auch negativ sein, wenn der Patient mit Antibiotika behandelt wurde; in diesem Fall bleibt die Knochenmarkskultur oft positiv.
Die Isolierung von Organismen aus dem Stuhl oder Urin ist ebenfalls hilfreich, wobei die Kulturen in der Regel ab der zweiten Woche nach Auftreten der Symptome zunehmend positiv werden. Liegen keine positiven Blut- oder Knochenmarkskulturen vor, ist eine Stuhl- oder Urinkultur nur dann diagnostisch, wenn ein kompatibles klinisches Bild vorliegt, da das Vorhandensein von Organismen im Stuhl und/oder Urin darauf hindeuten kann, dass die Person ein chronischer Träger ist und nicht an einer akuten Infektion leidet.
Weitere Hinweise auf eine akute oder chronische Infektion können mit Hilfe des Widal-Agglutinationstiters gewonnen werden.
Auch Urin-ELISA-Tests nach den ersten 10 Tagen der Erkrankung (für das bakterienspezifische Vi-Antigen) können hilfreich sein.
Weitere Laboruntersuchungen, die zur Diagnose herangezogen werden können, sind die indirekte Hämagglutination, der indirekte fluoreszierende Vi-Antikörper und der indirekte Enzymimmunoassay für Immunglobulin-M- (IgM) und Immunglobulin-G- (IgG) Antikörper gegen S. typhi-Polysaccharid.
PHE definieren (1):
Bestätigter Fall:
- Eine Person mit einer Infektion mit S. Typhi oder S. Paratyphi, die von der Public Health England Gastrointestinal Bacteria Reference Unit
- ODER
- Eine Person mit dokumentiertem Bestätigungsnachweis von einem anerkannten ausländischen Referenzlabor
Wahrscheinlicher Fall:
- Lokaler Laborverdachtsnachweis von Salmonella Typhi oder Paratyphi auf einer Fäkal- und/oder Blutkultur oder einer Kultur an einer anderen sterilen Stelle (z. B. Urin), mit oder ohne klinischer Vorgeschichte, die mit Darmfieber vereinbar ist
- ODER
- Ein zurückkehrender Reisender mit einer klinischen Anamnese, die mit Darmfieber vereinbar ist, und Dokumentation einer positiven Blut-/Fäkalienkultur (oder positiver PCR für S.Typhi / S.Paratyphi auf Blut) und/oder Behandlung gegen Darmfieber im Ausland
Möglicher Fall:
- Eine Person mit einer klinischen Anamnese, die mit enterischem Fieber vereinbar ist und bei der der Arzt Typhus oder Paratyphus als wahrscheinlichste Diagnose vermutet
ODER - Eine Person mit einer klinischen Anamnese von Fieber und Unwohlsein und/oder gastrointestinalen Symptomen mit einer epidemiologischen Verbindung zu einer Quelle von enterischem Fieber, z. B. wenn sie über "Warn- und Informations"-Informationen verfügt
- ODER
- Ein zurückkehrender Reisender, der eine Diagnose aus dem Ausland mit positivem serologischen Test oder Salmonella-PCR aus Fäkalien meldet, aber keinen dokumentierten Nachweis einer positiven Blut- oder Fäkalienkultur hat
Anmerkungen (2):
- Serologische Tests, einschließlich des Widal-Tests und neuerer diagnostischer Schnelltests, sind in der akuten Krankheitsphase nicht bestätigend.
- Der Widal-Test misst Antikörper gegen die O- und H-Antigene von S Typhi und S Paratyphi A
- mangelnde Empfindlichkeit und Spezifität
- eine einzige Messung in der akuten Phase der Krankheit kann falsch negativ oder falsch positiv sein
- andere im Handel erhältliche Schnelltests für die Diagnose vor Ort weisen IgM-Antikörper gegen S Typhi-Antigene nach
- nicht genau genug, um für die Diagnose nützlich zu sein
- Neue Tests zum Nachweis von Antikörpern, Antigenen und DNA im Blut werden derzeit entwickelt.
Referenz:
- PHE (2019). Empfehlungen für das Public Health Management von gastrointestinalen Infektionen
- Basnyat B et al. Enteric Fever. BMJ 2021;372:n437 http://dx.doi.org/10.1136/bmj.n437