Patienten mit akutem Leberversagen sind besonders anfällig für bakterielle und Pilzinfektionen. In einer prospektiven Studie an 50 Patienten stellten Rolando et al. fest, dass 90 % eine bakterielle und 32 % eine Pilzinfektion entwickelten. Diese traten in der Regel innerhalb von 3 Tagen nach der Aufnahme auf, und die üblichen klinischen Anzeichen einer Infektion fehlten häufig.
Eine prophylaktische antimikrobielle Therapie scheint das Ergebnis nicht zu beeinflussen und ist nicht (1), doch wird eine empirische antimikrobielle Therapie (z. B. Rifaximin, Neomycin/Paromomycin/Metronidazol oder Vancomycin) empfohlen, wenn bei einem Patienten positive Überwachungskulturen, eine refraktäre Hypotonie, eine hepatische Enzephalopathie des Grades 3 bis 4, Anzeichen eines systemischen Entzündungsreaktionssyndroms sowie bei allen Patienten, die für eine Lebertransplantation vorgesehen sind, auftreten. (2)
Eine Lebertransplantation ist mit geringerer Wahrscheinlichkeit durchführbar, wenn die antimikrobielle Therapie bis zum Auftreten klinischer Anzeichen einer Infektion verzögert wird.
Die Wahl der Mittel sollte sich an der Häufigkeit, Art und Ätiologie der Infektionen in einem bestimmten Zentrum orientieren.
Rifaximin wird vom National Institute for Health and Care Excellence (NICE) als Option zur Verringerung des Wiederauftretens von Episoden einer offenen hepatischen Enzephalopathie bei Personen ab 18 Jahren empfohlen. (3)
Referenz
- Shingina A, Mukhtar N, Wakim-Fleming J, et al. Leitlinien zum akuten Leberversagen. Am J Gastroenterol. 2023 Jul 1;118(7):1128-53.
- Stravitz RT, Kramer AH, Davern T, et al. Intensivpflege von Patienten mit akutem Leberversagen: Empfehlungen der U.S. Acute Liver Failure Study Group. Crit Care Med. 2007 Nov;35(11):2498-508.
- NICE. Rifaximin zur Verhinderung von Episoden einer offenen hepatischen Enzephalopathie. Technology Appraisal Guidance TA337, veröffentlicht im März 2015.
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