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Diagnostische Biomarker bei Sepsis in der sekundären Gesundheitsversorgung

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Autorenteam

Überblick

  • Diagnostische Biomarker in Einrichtungen der Sekundärversorgung helfen bei der Beurteilung des Schweregrads einer Sepsis, dienen als Grundlage für schnelle Entscheidungen zur Antibiotikatherapie, ermöglichen die Überwachung der Wirksamkeit von Reanimationsmaßnahmen und unterstützen das Antibiotikamanagement (1)
  • Die Leitlinie NICE NG253 betont die routinemäßige Laktatmessung am Point-of-Care und führt neben den Standard-Entzündungsmarkern im Krankenhausumfeld offiziell den Procalcitonin (PCT)-Test ein (1)

Laktat im venösen Blut

  • Bei allen Erwachsenen mit Verdacht auf eine Sepsis mit mittlerem bis hohem Risiko sollte unmittelbar nach der Einlieferung in die Sekundärversorgung eine venöse Blutgasanalyse (VBG) mit Laktatbestimmung durchgeführt werden (1)
  • Ein anfänglicher Laktatwert > 2 mmol/L deutet auf eine systemische Gewebehypoperfusion hin und erfordert eine sofortige Flüssigkeitsreanimation (250 ml isotonische Kristalloid-Bolusgaben) (1)
  • Serielle Laktatmessungen alle 30–60 Minuten dienen als objektiver Marker für die Wirksamkeit der Reanimation und die Wiederherstellung der Organperfusion (1)

Procalcitonin (PCT)

  • Erwägen Sie bei Erwachsenen mit Verdacht auf eine Sepsis mit mittlerem oder hohem Risiko in der Sekundärversorgung neben den routinemäßigen venösen Blutuntersuchungen (Vollblutbild, CRP, U&Es, Leberwerte) auch eine Procalcitonin-Bestimmung (PCT) (1)
  • Der PCT-Spiegel steigt als Reaktion auf systemische bakterielle Infektionen rasch an (innerhalb von 2–4 Stunden) und weist eine deutlich höhere Spezifität für bakterielle Infektionen auf als das C-reaktive Protein (CRP) (1)
  • Nutzen: Unterstützt die klinische Entscheidungsfindung hinsichtlich der Einleitung, Fortsetzung oder frühzeitigen Reduzierung einer empirischen Breitbandantibiotikatherapie, insbesondere bei Patienten mit mittlerem Risiko, bei denen die Antibiotikagabe für die diagnostische Abklärung um bis zu 3 Stunden aufgeschoben werden kann (1)
  • Anwendungsregel: Bei Hochrisikopatienten sollte die erste Dosis der empirischen Antibiotikatherapie nicht verzögert werden, während auf PCT- oder Blutkultur-Ergebnisse gewartet wird (1)

Standard-Laboruntersuchungspaket Ärzte in der Sekundärversorgung sollten bei der ersten akuten Beurteilung das folgende diagnostische Kernprofil anordnen (1):

  • Vollblutbild (FBC): dient der Beurteilung von Leukozytose, Leukopenie oder schwerer Neutropenie (Neutrophilenzahl <= 0,5 × 10⁹/l)
  • C-reaktives Protein (CRP): Basis-Entzündungsmarker zur Überwachung des klinischen Verlaufs über 24–48 Stunden
  • Blutkulturen: zwei Sätze peripherer Blutkulturen (sowie Kulturen aus dem zentralen Venenkatheter, falls ein Verweilkatheter vorhanden ist), die nach Möglichkeit vor der Antibiotikagabe entnommen werden
  • Organfunktionsprofile: U&Es, Leberfunktionstests (einschließlich Albumin) und Gerinnungsscreening zur Erkennung einer akuten Endorganinsuffizienz

Literaturhinweise

  1. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Verdacht auf Sepsis bei Personen ab 16 Jahren: Erkennung, Beurteilung und frühzeitige Behandlung (NG253). Veröffentlicht im November 2025, aktualisiert im September 2026.

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