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Post-Intensiv-Syndrom (PICS)

Translated from English. Show original.

Autorenteam

Das Post-Intensiv-Syndrom (PICS) betrifft in erster Linie Patienten nach einer kritischen Erkrankung und umfasst neue oder sich verschlimmernde körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen, die über die Entlassung aus der akuten stationären Behandlung hinaus anhalten (1,2).

Die Auswirkungen erstrecken sich jedoch häufig auch auf das Unterstützungsnetzwerk des Patienten (1,2):

  • PICS-F (Familie): psychische Folgeerscheinungen (Angstzustände, Depressionen, PTBS, komplizierte Trauer) bei Angehörigen oder Pflegepersonen von Intensivpatienten
  • PICS-p (Pädiatrie): gilt für Überlebende der pädiatrischen Intensivstation (wobei in erster Linie das Kind betroffen ist), bezieht jedoch auch einen expliziten sozialen Gesundheitsbereich für die Familie mit ein (Schulbildung, finanzielle Situation der Familie und Belastung der Geschwister) (3)

Klinische Merkmale

Die Beeinträchtigungen erstrecken sich in der Regel auf einen oder mehrere der drei Hauptbereiche (2,3)

  • körperliche Beeinträchtigung:
    • Auf der Intensivstation erworbene Schwäche (ICUAW), einschließlich Myopathie bei kritischer Erkrankung (CIM), Polyneuropathie bei kritischer Erkrankung (CIP) oder Neuromyopathie bei kritischer Erkrankung (CINM)
    • schnelle Atrophie des Zwerchfells und der Atemmuskulatur (tritt häufig innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der mechanischen Beatmung auf).
    • Anhaltende Müdigkeit, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Schwierigkeiten bei Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs)
  • Kognitive Beeinträchtigungen:
    • Gedächtnisstörungen, exekutive Dysfunktion, verminderte Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen
    • können nach der Entlassung über Monate bis Jahre andauern
    • stehen in engem Zusammenhang mit der Dauer des Intensivdelirs, der Hypoxie und der Blutzuckerschwankungen während der Akutversorgung
  • psychische Beeinträchtigungen:
    • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angstzustände und Depressionen.
    • Zu den Risikofaktoren zählen eine psychiatrische Vorerkrankung, weibliches Geschlecht, jüngeres Alter, längere Sedierung und Wahnvorstellungen bezüglich der Zeit auf der Intensivstation

Präventionsstrategien (ABCDEF-Bundle)

Krankenhausinterne Behandlungsabläufe konzentrieren sich auf die Reduzierung langfristiger Folgeerscheinungen (3):

  • A: Schmerzen beurteilen, vorbeugen und behandeln.
  • B: sowohl Spontanaufwachversuche (SAT) als auch Spontanatmungsversuche (SBT).
  • C: Wahl der Analgesie und Sedierung (Vermeidung von Übersedierung und routinemäßigem Einsatz von Benzodiazepinen).
  • D: Beurteilung, Prävention und Management von Delir.
  • E: Frühzeitige Mobilisierung und Bewegung.
  • F: Einbindung und Stärkung der Familie (z. B. durch den Einsatz von Intensivstationstagebüchern)

Management in der Primärversorgung

  • Screening und Beurteilung:
    • Bewertung der kognitiven Funktionen mithilfe validierter Instrumente (z. B. MoCA oder MMSE), wenn der Verdacht auf einen kognitiven Rückgang besteht
    • Screening auf affektive Störungen und PTBS mithilfe von Standardfragebögen (z. B. PHQ-9, GAD-7, PCL-5)
    • Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Selbstständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und des Ernährungszustands
  • Medikamentenüberprüfung:
    • Optimierung und Absetzung von vorübergehend auf der Intensivstation verabreichten Medikamenten, die möglicherweise unangemessen weiterverabreicht wurden (z. B. Protonenpumpenhemmer, Antipsychotika, kurzfristig verabreichte Sedativa)
  • Rehabilitation und Überweisungen:
    • Physiotherapie und Ergotherapie zur Wiederherstellung der Mobilität und der Funktionsfähigkeit
    • Ambulante psychologische oder psychotherapeutische Unterstützungsangebote (z. B. kognitive Verhaltenstherapie bei PTBS/Angstzuständen)
    • Nachsorgeambulanzen nach dem Intensivstaufenthalt, sofern vor Ort verfügbar
  • Unterstützung für pflegende Angehörige:
    • Familienangehörige auf Anzeichen von Pflegebelastung, Angstzuständen oder Depressionen (PICS-F) überwachen und bei Bedarf medizinische Grundversorgung oder psychologische Unterstützung anbieten

Referenz:

  1. Needham DM, Davidson J, Hopkins RO, Weinert CR, Wunsch H, Pronovost PJ, et al. Verbesserung der Langzeitergebnisse nach Entlassung aus der Intensivstation: Bericht einer Konferenz der Interessengruppen. Crit Care Med. Februar 2012;40(2):502-9.
  2. Rawal G, Yadav S, Kumar R. Post-Intensiv-Syndrom: Ein Überblick. J Transl Int Med. 30. Juni 2017; 5(2):90–2.
  3. Inoue S, Nakanishi N, Amaya F, Fujinami Y, Hatakeyama J, Hifumi T, et al. Post-Intensiv-Syndrom: Jüngste Fortschritte und zukünftige Ausrichtungen. Acute Med Surg. 25. April 2024;11(1):e929.

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