Das allgemeine Prinzip der Behandlung und Betreuung besteht darin, das Fortschreiten der Wirbelsäulendeformität aufzuhalten. Ziel ist es, das Brustvolumen zu vergrößern, um die Lungen- und Herzfunktion zu verbessern.
Die Wirbelsäulenorthese – einst als gängige Behandlungsoption angesehen – ist bei dieser Patientengruppe weitgehend unwirksam und wird schlecht vertragen. Vor jeder interventionellen Behandlung sollten der Gesundheitszustand und der Funktionsstatus des Patienten optimiert werden. (1)
Chirurgische Optionen (2)
Es können herkömmliche Wachstumsstangen eingesetzt werden, um die anfängliche Platzierung von proximalen und distalen Verankerungen (Haken oder Pedikelschrauben) zu ermöglichen. Die Stange kann in geplanten Abständen durch einen kleinen chirurgischen Eingriff verlängert werden. Dies ist eine wirksame Behandlungsmethode, zu den Risiken zählen jedoch das Herausreißen der Verankerungen, die Notwendigkeit wiederholter Operationen sowie Infektionen.
Magnetische Wachstumsstangen sind eine innovative Technologie, bei der die proximalen und distalen Verankerungen (Haken oder Pedikelschrauben) auf ähnliche Weise platziert werden. Die Stange wird jedoch magnetisch gesteuert verlängert. Die Patienten müssen in der Regel mindestens 2 Jahre alt sein und mindestens 25 Pfund wiegen. Zudem muss die Notwendigkeit einer möglichen MRT-Untersuchung in der Zukunft berücksichtigt werden.
Bei Patienten mit thorakalem Insuffizienzsyndrom kann eine vertikale, expandierbare, prothetische Thorakoplastik mit Titan zur Rippenexpansion eingesetzt werden. Dabei werden Instrumente an den Rippen sowie an der Wirbelsäule angebracht, um den Brustkorb zu erweitern und die Wirbelsäulendeformität zu reduzieren.
Wachstumsgesteuerte Techniken (Shilla-Verfahren) beinhalten die Platzierung einer Pedikelschraube in die starren apikalen Wirbel (den am stärksten betroffenen Bereich der Deformität), während andere, weiter proximal und distal gelegene Pedikelschrauben über einen Verriegelungsmechanismus verfügen, der die Längsbewegung der Stange während des Wachstums in eine feststehende Pedikelschraube ermöglicht, um die Ausrichtung zu steuern. Aufgrund der biomechanischen Kräfte ist ein Stabbruch zu erwarten; 4,5-mm-Stäbe halten in der Regel etwa 4 bis 6 Jahre.
Literaturhinweise:
- Akgül T, Dikici F, Şar C, Talu U, Domaniç Ü. Instrumentierung mit Wachstumsstangen bei der Behandlung von früh auftretender Skoliose. Acta Orthop Belg. Dez. 2014;80(4):457–63.
- Fujimori T et al. Sicherheit von Pedikelschrauben und Wirbelsäulenimplantaten bei pädiatrischen Patienten: Vergleichende Analyse zwischen Patienten im Alter von 0 und 5 Jahren, 5 und 10 Jahren sowie 10 und 15 Jahren. Spine (Phila Pa 1976). 01. April 2014;39(7):541-9.
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