Adrenalin, Anaphylaxie und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Zwar gibt es keine absolute Kontraindikation für die Verabreichung von Adrenalin bei einer Anaphylaxie, doch sind in solchen Fällen einige Aspekte hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu beachten:
- Zu den Arzneimitteln, die die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin antagonisieren können, gehören α-Blocker, Vasodilatatoren wie Nitrate, Diuretika und Antihypertensiva. Diese Medikamente können die gefäßverengende Wirkung von Adrenalin abschwächen und damit möglicherweise dessen Fähigkeit zur Blutdruckerhöhung beeinträchtigen.
- Zu den Arzneimitteln, die die Wirkung von Adrenalin verstärken können, gehören Sympathomimetika, β-Blocker, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, COMT-Hemmer, Clonidin, Oxytocin, Levothyroxin-Natrium, Chinidin und bestimmte Antihistaminika. Diese Medikamente können die Wirkungen von Adrenalin verstärken, insbesondere seine gefäßverengende und inotrope Wirkung.
- Zu den Arzneimitteln, die das arrhythmogene Potenzial von Adrenalin erhöhen können, gehören β-Blocker, Cyclopropan, halogenierte Kohlenwasserstoff-Anästhetika, Antihistaminika, exogene Schilddrüsenhormone, Diuretika und Herzglykoside. Diese Arzneimittel können das arrhythmogene Potenzial von Adrenalin erhöhen, was eine engmaschige Überwachung auf das Auftreten von Herzrhythmusstörungen erforderlich macht.
- Zu den Arzneimitteln, die eine durch Adrenalin induzierte Hypokaliämie verschlimmern können, gehören kaliumabführende Arzneimittel wie Kortikosteroide, Diuretika und Theophyllin. Diese Arzneimittel können die hypokaliämischen Wirkungen von Adrenalin verstärken und das Risiko für signifikante Elektrolytstörungen erhöhen. Eine sorgfältige Überwachung der Vitalparameter ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei Patienten unter Mehrfachmedikation.
Hinweis: Frühere Leitlinien empfahlen unter bestimmten Umständen eine Dosisanpassung von Adrenalin (z. B. bei Patienten, die trizyklische Antidepressiva einnehmen; die frühere Empfehlung lautete, die Hälfte der Dosis zu verabreichen). Dies wird nun im Rahmen einer akuten anaphylaktischen Reaktion als nicht sinnvoll erachtet.
Quelle:
- Resuscitation Council (UK). Die notfallmedizinische Behandlung anaphylaktischer Reaktionen für Ersthelfer und Gemeindekrankenschwestern. Januar 2008, ergänzt durch Verweise auf die NICE-Leitlinien vom Juli 2012, überarbeitet 2016
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