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Diabetes der exokrinen Bauchspeicheldrüse (DEP)

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Autorenteam

Diabetes aufgrund von Erkrankungen der exokrinen Bauchspeicheldrüse (DEP) wurde früher als pankreatogener Diabetes mellitus bezeichnet – in der neueren Fachliteratur wird er jedoch als Typ-3c-Diabetes

  • ist weitaus häufiger, als bisher angenommen wurde; eine aktuelle Studie zeigt, dass 1,8 % der Erwachsenen mit neu auftretendem Diabetes eigentlich als DEP hätten eingestuft werden müssen
    • Die Mehrheit wird fälschlicherweise als Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) diagnostiziert
    • Die Patienten weisen unterschiedlich ausgeprägte exokrine und endokrine Funktionsstörungen auf
      • Eine Schädigung der Langerhans-Inseln beeinträchtigt die Hormonausschüttung aus den Alpha-, Beta- und Pankreaspolypeptid-Zellen; die Kombination aus niedrigen Insulin-, Glukagon- und Pankreaspolypeptid-Spiegeln trägt zu raschen Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei
        • Diese Form des „brittle Diabetes“ kann zu der schlechteren Blutzuckerkontrolle führen, die bei Patienten mit DEP/Typ-3c-Diabetes beobachtet wird
        • Patienten benötigen im Vergleich zu Patienten mit T2DM mit höherer Wahrscheinlichkeit eine frühzeitige Insulintherapie
          • Die Betroffenen sollten über die Symptome einer dekompensierten Hyperglykämie aufgeklärt werden, auch wenn bei ihnen das Risiko einer Ketoazidose geringer ist (1,2)

  • DEP/Typ-3c-Diabetes ist keine einheitliche Erkrankung
    • entsteht aufgrund einer Vielzahl von exokrinen Pankreaserkrankungen mit unterschiedlichen Mechanismen der Hyperglykämie
    • Die am häufigsten identifizierten Ursachen für Typ-3c-Diabetes sind chronische Pankreatitis, duktales Pankreasadenokarzinom, Hämochromatose, Mukoviszidose und vorangegangene Pankreasoperationen
      • Die Verteilung der Ursachen für Typ-3c-Diabetes setzte sich wie folgt zusammen
        • chronische Pankreatitis (79 %),
        • Adenokarzinom des Pankreasgangs (8 %),
        • Hämochromatose (7 %),
        • Zystische Fibrose (4 %) sowie eine vorangegangene Pankreasoperation (2 %)

  • Zwei wesentliche ursächliche Faktoren in der Pathogenese des Diabetes sind eine unzureichende Funktion der Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Typ-1-Diabetes) und Insulinresistenz (Typ-2-Diabetes)
    • Zwei Faktoren scheinen unterschiedlich stark zur bei Patienten mit Typ-3c-Diabetes beobachteten Hyperglykämie beizutragen

  • Es gibt keine allgemein anerkannten Diagnosekriterien für Typ-3c-Diabetes (DEP)
    • Die Diagnose kann bei Patienten gestellt werden, die die folgenden drei Kriterien erfüllen (2):
      • Patienten, die die diagnostischen Kriterien für Diabetes erfüllen,
      • die an einer Erkrankung der exokrinen Bauchspeicheldrüse leiden und
      • bei denen mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass ihr Diabetes auf ihre Erkrankung der exokrinen Bauchspeicheldrüse zurückzuführen ist

  • Behandlung von DEP/Typ-3c-Diabetes
    • Patienten mit DEP können von spezifischen Empfehlungen zur Lebensweise, einer Pankreasenzym-Ersatztherapie, einer Behandlung mit Metformin, einer angemessenen Insulindosierung und einer Überwachung profitieren (1)

Anmerkungen:

  • Bei Patienten mit akuter oder chronischer Pankreatitis, nach einer Pankreasresektion oder bei gleichzeitig bestehender Mukoviszidose oder Hämochromatose sollte ein Screening auf DEP/Typ-3c-Diabetes durchgeführt werden
    • Ein neu auftretender Diabetes kann bei einer kleinen Untergruppe von Patienten den Beginn eines duktalen Pankreaskarzinoms ankündigen (1)

Referenz:

  1. Wynne K et al. Diabetes der exokrinen Bauchspeicheldrüse. J Gastroenterol Hepatol. 27. August 2018.
  2. Ewald N, Kaufmann C, Raspe A, Kloer HU, Bretzel RG, Hardt PD. Prävalenz von Diabetes mellitus als Folge von Pankreaserkrankungen (Typ 3c). Diabetes Metab Res Rev. 2012; 28:338–42.
  3. Hart PA et al. Typ-3c-Diabetes mellitus (pankreatogener Diabetes) als Folge chronischer Pankreatitis und Pankreaskarzinoms. Lancet Gastroenterol Hepatol. November 2016; 1(3): 226–237.

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