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Nicorandil

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Es handelt sich hierbei um ein Nitratderivat von Nicotinamid, das zur Behandlung von Angina pectoris eingesetzt wird.

  • Dieses Medikament bewirkt, wie andere Nitrate auch, eine Entspannung der glatten Gefäßmuskulatur (insbesondere der Venen), was zu einem verringerten ventrikulären Füllungsdruck und einer geringeren Belastung des Herzmuskels führt.
  • Zudem erhöht Nicorandil den Austritt von Kaliumionen aus den Kanälen der glatten Gefäßmuskulatur, was zu einer Hyperpolarisation der Zellmembran und einer Hemmung des Kalziumeintritts in die Zelle führt. Dieser letztere Effekt bewirkt eine Erweiterung der Arterien und Arteriolen und ähnelt der Wirkung von Kalziumkanalblockern.
  • Nicorandil kann bei Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz (ohne Lungenödem), chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung und Herzleitungsstörungen angewendet werden.
  • Nicorandil kann sicher mit Nitraten, Kalziumantagonisten oder Nitraten kombiniert werden, eine additive antianginöse Wirkung muss jedoch noch nachgewiesen werden.
  • Es wurde vermutet, dass Nicorandil spezifische „kardioprotektive Eigenschaften“ besitzt, diese müssen jedoch durch weitere klinische Untersuchungen bestätigt werden.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass Nicorandil bei Patienten mit stabiler Angina pectoris und zusätzlichen Risikofaktoren (linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤ 45 %, echokardiographische enddiastolische Dimension > 55 mm, Typ-1- oder Typ-2-Diabetes) bei der Reduzierung koronarer Ereignisse wirksamer war als Placebo (1). Die Inzidenz des kombinierten Endpunkts aus KHK-Tod, nicht-tödlichem MI oder ungeplanter Einweisung wegen Brustschmerzen war in der Nicorandil-Gruppe geringer als in der Placebo-Gruppe. Hinsichtlich der Inzidenz des kombinierten Endpunkts aus KHK-Tod oder nicht-tödlichem MI unterschieden sich die Gruppen nicht.
    • NICE hat jedoch erklärt, dass Nicorandil nicht zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Patienten nach einem MI empfohlen wird (2)
    • Eine Überprüfung im „Drug and Therapeutics Bulletin“ kam in Bezug auf Nicorandil (3) zu dem Schluss, dass „… es nicht wirksamer war … als Standardpräparate anderer Antianginalmittel“. Zudem gibt es keine überzeugenden Belege für den Einsatz von Nicorandil zur Verbesserung der Symptomkontrolle oder zur Prävention koronarer Ereignisse bei Patienten mit stabiler Angina pectoris, die eine optimale antianginöse Therapie und Sekundärprävention erhalten (einschließlich Aspirin und eines Betablockers sowie einer angemessenen Behandlung bekannter Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse wie Rauchen, Diabetes mellitus, Blutdruck und Blutfettwerte).“

Anmerkung: Mehrere Berichte deuten auf einen Zusammenhang zwischen Nicorandil, gastrointestinalen (GI) Ulzerationen und Fisteln hin. Eine Übersichtsarbeit hatte zum Ziel, die verfügbaren Erkenntnisse zu allen bekannten gastrointestinalen unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) nach anatomischer Lokalisation kritisch zu bewerten, zusammenzufassen und darzustellen. Dabei wurde festgestellt, dass Ulzerationen eine sehr häufig berichtete gastrointestinale UAW sind. Eine verzögerte Neigung zur Ulzeration stützt die Hypothese eines ulzerogenen Metaboliten. Nicorandil scheint als Ursache der Ulzerationen zu wirken, steht jedoch offenbar auch in Synergie mit anderen begünstigenden Faktoren. Ob die Wirkung der Metaboliten auf einem spezifischen Mechanismus oder einer einfachen chemischen Ulzeration beruht, muss noch geklärt werden. (4)

Literaturhinweis:

  1. Die IONA-Studiengruppe (2002). Wirkung von Nicorandil auf koronare Ereignisse bei Patienten mit stabiler Angina pectoris: die randomisierte Studie „Impact of Nicorandil in Angina“ (IONA). Lancet, 359, 1269–75.
  2. NICE. Akute Koronarsyndrome. NICE-Leitlinie NG185. Veröffentlicht im November 2020
  3. Drug and Therapeutics Bulletin (2003), 41 (11), 86–8.
  4. Pisano U et al. Nicorandil, gastrointestinale unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Ulzerationen: Eine systematische Übersichtsarbeit. Adv Ther. März 2016; 33(3):320–44. doi: 10.1007/s12325-016-0294-9. Online-Veröffentlichung: 9. Februar 2016.

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