IONA-Studie (Wirkung von Nicorandil bei Angina pectoris)
- In der IONA-Studie wurde Nicorandil (auf 20 mg zweimal täglich titriert) bei 5.126 Hochrisikopatienten mit stabiler Angina pectoris mit Placebo verglichen
- Alle Patienten benötigten bei Studienaufnahme eine weitere antianginöse Behandlung und nahmen das Studienmedikament zusätzlich zur optimierten antianginösen Standardtherapie ein
- Die IONA-Studie ergab, dass in der Nicorandil-Gruppe weniger Patienten den kombinierten primären Endpunkt aus Tod durch koronare Herzkrankheit (KHK), nicht tödlichem Herzinfarkt oder ungeplanter Krankenhauseinweisung wegen kardialer Brustschmerzen erreichten (13,1 % gegenüber 15,5 %; relatives Risiko 0,83, 95 %-KI 0,72–0,97; mittlere Nachbeobachtungszeit 1,6 Jahre). Der Hauptvorteil für die mit Nicorandil behandelte Gruppe bestand in einer Verringerung der ungeplanten Krankenhauseinweisungen, da es beim kombinierten sekundären Endpunkt – Tod durch KHK oder nicht tödlicher MI – keinen Unterschied zwischen Nicorandil und Placebo gab
- In der IONA-Studie wurde lediglich die Rolle von Nicorandil als „Add-on“-Therapie untersucht
- Die Daten aus der IONA-Studie legen nahe, dass Nicorandil eine lohnende Zusatztherapie sein könnte (Number Needed to Treat: 42 über 1,6 Jahre für den primären kombinierten Endpunkt) für bestimmte Patienten, bei denen ein hohes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis besteht (z. B. hatten 66 % der Patienten in der IONA-Studie einen vorangegangenen MI)
- In der IONA-Studie wurde Nicorandil in Kombination mit verschiedenen Antianginalmitteln, darunter Betablocker, Kalziumkanalblocker und langwirksame Nitrate, angewendet – daher liefert die IONA-Studie keine Informationen darüber, wann Nicorandil hinzugefügt werden sollte
Hinweis: Mehrere Berichte deuten auf einen Zusammenhang zwischen Nicorandil, gastrointestinalen (GI) Ulzerationen und Fisteln hin. Eine Übersichtsarbeit hatte zum Ziel, die verfügbaren Erkenntnisse zu allen bekannten GI-Nebenwirkungen nach anatomischer Lokalisation kritisch zu bewerten, zusammenzufassen und darzustellen. Dabei wurde festgestellt, dass ulzerative Erkrankungen sehr häufig als GI-Nebenwirkungen berichtet werden. Eine verzögerte Neigung zur Ulzeration stützt die Hypothese eines ulzerogenen Metaboliten. Nicorandil scheint als Ursache der Ulzerationen zu wirken, steht aber offenbar auch in Synergie mit anderen begünstigenden Faktoren. Ob die Wirkung der Metaboliten auf einem spezifischen Mechanismus oder einer einfachen chemischen Ulzeration beruht, muss noch geklärt werden.
Referenz:
- Die IONA-Studiengruppe. Wirkung von Nicorandil auf koronare Ereignisse bei Patienten mit stabiler Angina pectoris: die randomisierte Studie „Impact of Nicorandil in Angina“ (IONA). Lancet 2002, 359:1269–75.
- Pisano U et al. Nicorandil, gastrointestinale unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Ulzerationen: Eine systematische Übersicht. Adv Ther. März 2016;33(3):320–44. doi: 10.1007/s12325-016-0294-9. Online-Veröffentlichung: 9. Februar 2016.
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