Apalutamid bei lokalisiertem Prostatakrebs mit hohem Risiko
Apalutamid ist ein orales nichtsteroidales Antiandrogen. Apalutamid bindet an die ligandenbindende Domäne des Androgenrezeptors (AR) mit sieben- bis zehnfach höherer Affinität im Vergleich zu Bicalutamid (1).
Die radikale Prostatektomie ist bei Patienten mit lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs mit hohem Risiko potenziell kurativ; allerdings kommt es bei bis zu 50 % der Patienten innerhalb von 5 Jahren zu einem Rückfall (2).
In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie, an der Patienten mit neu diagnostiziertem lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakrebs teilnahmen (2):
- Duale primäre Endpunkte waren ein Kompositum aus pathologischem vollständigem Ansprechen oder minimaler Resterkrankung (definiert als ein pathologisches Stadium von ypT2 oder niedriger, mit einer Tumorgröße von ≤5 mm in der größten Ausdehnung) und metastasenfreiem Überleben, bewertet mit konventioneller Bildgebung oder Prostata-spezifischem Membranantigen-Positronen-Emissions-Tomographie
- Es wurde festgestellt, dass eine Androgendeprivationstherapie (ADT) plus Apalutamid mit einem größeren Erfolg der radikalen Prostatektomie verbunden ist als eine Behandlung mit ADT plus Placebo (pathologisches vollständiges Ansprechen oder minimale Resterkrankung bei 8,9 % gegenüber 1,0 %; OR 10,17; 95 % KI, 5,27 bis 19,64; P<0,001) und einem höheren Prozentsatz von Patienten mit metastasenfreiem Überleben (Wahrscheinlichkeit des metastasenfreien Überlebens nach 5 Jahren, 78,2 % gegenüber 73,5 %)
- Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder 4 traten bei 39,6 % der Patienten in der Apalutamid-Gruppe und bei 31,0 % der Patienten in der Placebo-Gruppe auf, wobei der Unterschied zwischen den Gruppen in erster Linie auf ein häufigeres Auftreten von Hautausschlag in der Apalutamid-Gruppe zurückzuführen war.
Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss (2):
"...Die perioperative Behandlung mit ADT plus Apalutamid war mit besseren onkologischen Ergebnissen der radikalen Prostatektomie bei Patienten mit lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs mit hohem Risiko verbunden als die Behandlung mit ADT plus Placebo. Unerwünschte Ereignisse traten in der Apalutamid-Gruppe häufiger auf als in der Placebo-Gruppe..."
Referenz:
- Rathkopf DE, Scher HI. Apalutamid für die Behandlung von Prostatakrebs. Expert Rev Anticancer Ther. 2018 Sep;18(9):823-836.
- Taplin ME et al; PROTEUS Investigators. Perioperative Apalutamide in High-Risk Localized Prostate Cancer. N Engl J Med. 2026 May 31.
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