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Beurteilung und Abklärung bei Delirium

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Autorenteam

Beurteilung und Abklärung von Delirpatienten

Der wichtigste Schritt bei der Diagnose eines Delirs besteht darin, eine Anamnese von einer Person einzuholen, die den Patienten betreut (z. B. ein Familienmitglied, eine Pflegekraft usw.), und eine kurze kognitive Beurteilung durchzuführen (1)

  • Eine genaue Anamnese ist erforderlich, um
    • die kognitiven Grundfunktionen des Patienten zu ermitteln und etwaige aktuelle (innerhalb der letzten 2 Wochen aufgetretene) Veränderungen des mentalen Status festzustellen
    • Schwankungen der kognitiven Fähigkeiten und andere für ein Delirium typische Symptome zu erkennen
    • nach einer Ursache zu suchen
      • jüngste Veränderungen der Erkrankung, neue Diagnosen
      • Überprüfung aller derzeit eingenommenen Medikamente (einschließlich rezeptfreier und pflanzlicher Präparate); besonderes Augenmerk auf neue Medikamente und Wechselwirkungen
      • Überprüfung des Alkohol- und Sedativumkonsums
      • Schmerzen und Beschwerden beurteilen (z. B. Harnverhalt, Verstopfung, Durst)
  • Es sollte ein kognitiver Screening-Test durchgeführt werden
    • z. B. – Portable Mental Status Questionnaire, Mini-Cog oder Montreal Cognitive Assessment
    • Bei Zeitmangel können anstelle des Basis-Screenings die folgenden Orientierungs- und Aufmerksamkeitsaufgaben verwendet werden
      • Nennen der Wochentage (keine Fehler erlaubt) oder der Monate des Jahres (ein Fehler erlaubt) in umgekehrter Reihenfolge
      • Serielle Siebener-Reihen (ein Fehler bei fünf Subtraktionen ist zulässig)
      • Rückwärtsaufzählen von Ziffernfolgen (normalerweise drei oder mehr) (1)

Körperliche und neurologische Untersuchung

  • Überprüfung der Vitalparameter – Temperatur, Sauerstoffsättigung, Blutzuckerkonzentration mittels Fingerstich
  • Suche nach Anzeichen einer okkulten Infektion, Dehydrierung, akuten Bauchschmerzen, tiefer Venenthrombose oder anderer akuter Erkrankungen;
  • Beurteilung auf sensorische Beeinträchtigungen
  • Suche nach fokalen neurologischen Veränderungen und meningealen Symptomen (1)

Die weitere Beurteilung sollte entsprechend den Hinweisen aus Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie früheren Befunden erfolgen, z. B. –

  • gezielte Laboruntersuchungen und bildgebende Untersuchungen des Gehirns
  • EEG

Referenz:

  1. Inouye SK, Westendorp RG, Saczynski JS. Delirium bei älteren Menschen. Lancet. 2014;383(9920):911-22.
  2. NICE. Delirium: Prävention, Diagnose und Management im Krankenhaus und in der Langzeitpflege. Klinische Leitlinie CG103. Veröffentlicht im Juli 2010, zuletzt aktualisiert im Januar 2023

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