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Diagnose

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Autorenteam

Die Abklärung einer Hämatospermie verfolgt zwei Hauptziele:

  • die Identifizierung einer möglichen schwerwiegenden Ursache oder einer spezifischen Erkrankung, die behandelt werden kann
  • den Patienten zu beruhigen, falls kein ursächlicher Faktor festgestellt werden kann

Eine systematische Anamnese und körperliche Untersuchung sind unerlässlich, um die Ursache der Hämatospermie zu erkennen.

  • Es ist wichtig zu klären, ob der Patient von Hämatospermie oder Hämaturie berichtet, da bei manchen Patienten beide Zustände gleichzeitig auftreten können.
  • Anamnese –
    • Alter – Bei Patienten über 40 Jahren sollte eine maligne Erkrankung in Betracht gezogen werden
    • Unterscheidung zwischen Harnröhrenblutungen und Hämatospermie
    • Menge, Farbe, Dauer und Häufigkeit der Symptome notieren
    • Vorliegen weiterer urologischer Symptome – kann auf eine Harnröhrenstriktur, eine Gefäßerkrankung oder eine vergrößerte Prostata hinweisen
    • Trauma oder eigenständige Eingriffe am Urogenitaltrakt
    • Eine Vorgeschichte mit lang andauernder und intensiver Masturbation oder Geschlechtsverkehr kann aufgrund einer Stauung in den Geschlechtsorganen zu Blutungen führen
    • Familienanamnese hinsichtlich Prostatakrebs

  • Untersuchung –
    • Bauch – auf Hepatosplenomegalie, Raumforderungen und tastbare Blase
    • Hoden, Nebenhoden, Samenstrang und Penis-Harnröhre – auf entzündliche und neoplastische Erkrankungen.
    • Harnröhrenausgang – auf Anzeichen von Trauma, Kondylomen, Phimose und Krebs
    • Rektum – zur Beurteilung der Prostata; Druckempfindlichkeit oder Verhärtung können auf eine Infektion hindeuten, während eine harte Konsistenz oder ein Knoten insbesondere bei älteren Personen auf eine Neoplasie hindeuten können
    • Blutdruck messen

  • Mögliche Untersuchungen umfassen:
    • Urinentnahme –
      • vor und nach der Prostatamassage sowie eine Spermaanalyse
      • Urinanalyse und Urinkultur zum Ausschluss einer Harnwegsinfektion und einer Hämaturie
    • Röntgenaufnahme des Abdomens – kann Verkalkungen in der Prostata oder Harnsteine aufzeigen
    • transrektale Sonographie (TRUS) – zur Diagnose von Erkrankungen der Prostata und der Samenbläschen
    • PSA und Urinzytologie bei Patienten über 40 Jahren
    • transrektale Ultraschalluntersuchung
    • Bei Patienten mit im Ultraschall nicht eindeutig zu beurteilenden Läsionen können CT- und MRT-Untersuchungen angezeigt sein
    • Zystourethroskopie
    • Screening auf sexuell übertragbare Infektionen

  • Angesichts der Vielzahl möglicher Untersuchungen wird für die Erstabklärung von Hämatospermie in der Primärversorgung Folgendes empfohlen:

    • Mittelstrahl-Urinprobe zur Analyse und Kultur

    • Prüfung weiterer Untersuchungen je nach klinischem Befund:
      • Untersuchungen auf sexuell übertragbare Infektionen (bei Männern mit Symptomen oder mit erhöhtem Risiko)
      • Vollblutbild, Gerinnungsuntersuchung sowie Nieren- und Leberfunktionstests
      • Prostata-spezifisches Antigen (PSA)
      • Ultraschalluntersuchung des Hodensacks bei Hodenschwellung.

Quelle:

  1. Dantanarayana N. Aust Fam Physician: Hämatospermie. Band 44, Ausgabe 12, Dezember 2015

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