Das Medulloblastom äußert sich meist durch eine kurze Vorgeschichte mit Symptomen eines erhöhten Hirndrucks – Antriebslosigkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen am frühen Morgen.
Da die meisten Tumoren im vierten Ventrikel entstehen, leiden viele Patienten unter einem obstruktiven Hydrozephalus. Es folgen Gangunsicherheit, Stürze und Doppelbilder, die sich über einige Tage hinweg entwickeln.
Die Untersuchung ist oft unauffällig. Sind Symptome vorhanden, stehen diese in der Regel eher im Zusammenhang mit dem obstruktiven Hydrozephalus (z. B. Beeinträchtigung des horizontalen Blickes oder Diplopie aufgrund einer Lähmung des sechsten Hirnnervs, Papillenödem) als mit dem Tumor selbst (z. B. Ataxie, Nystagmus, Kopfneigung, Dysmetrie). Eine Nackensteifigkeit aufgrund einer Tonsillenhernie ist häufig.
Die körperliche Untersuchung sollte eine gründliche neurologische Beurteilung umfassen, wobei besonderes Augenmerk auf die Kleinhirnfunktion (Gangbild, Koordination, Romberg-Test, Finger-zu-Nase-Test), eine Untersuchung der Hirnnerven (insbesondere der Augenbewegungen auf eine Lähmung des sechsten Hirnnervs infolge erhöhten Hirndrucks) sowie eine Funduskopie zur Feststellung eines Papillenödems.
Literaturhinweis
- Orr BA. Pathologie, Diagnostik und Klassifizierung des Medulloblastoms. Brain Pathol. Mai 2020;30(3):664-678
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