- Unter Schwindel versteht man die Wahrnehmung einer Bewegung der Umgebung um den Patienten herum oder des Patienten selbst im Verhältnis zur Umgebung (1), die durch Störungen des Labyrinths oder des Hirnstamms verursacht wird (2).
- Schwindel ist nicht gleichbedeutend mit Benommenheit
- Schwindel kann wie folgt klassifiziert werden:
- zentral – aufgrund einer Störung des Hirnstamms oder des Kleinhirns
- peripher – aufgrund einer Störung im Innenohr oder des VIII. Hirnnervs
- Die meisten Patienten, die über Schwindel klagen, leiden nicht unter echtem Schwindel
- Fünf bevölkerungsbezogene Studien zu Schwindel haben gezeigt, dass bei etwa 30 % der Patienten Schwindel festgestellt wurde; dieser Anteil stieg auf 56,4 %, wenn die Studie eine ältere Population umfasste (3)
- In einer postalischen Fragebogenstudie mit 2064 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren gaben 7 % an, im vergangenen Jahr an echtem Schwindel gelitten zu haben (2)
- Ein Vollzeit-Hausarzt kann davon ausgehen, dass er in einem Jahr zwischen 10 und 20 Patienten mit Schwindel behandelt (2)
Anmerkungen:
- Schwindel ist ein unspezifischer Begriff, der entsprechend den von den Patienten beschriebenen Symptomen in vier verschiedene Untertypen eingeteilt werden kann:
- Schwindel
- Präsynkope: das Gefühl einer drohenden Ohnmacht, verursacht durch eine verminderte zerebrale Durchblutung
- Gleichgewichtsstörung: Gefühl von Unsicherheit oder Ungleichgewicht im Stehen
- Benommenheit: auch bekannt als Schwindelgefühl oder Unwohlsein (4)
Referenz:
- Ronald H. Labuguen. Initial Evaluation of Vertigo. Am Fam Physician 2006;73:244-51, 254
- Barraclough K, Bronstein A. Schwindel. BMJ. 2009;339:b3493
- Hanley K, O'Dowd T, Considine N. Eine systematische Übersicht über Schwindel in der Primärversorgung. Br J Gen Pract. 2001;51(469):666-71
- Kuo CH, Pang L, Chang R. Schwindel – Teil 1 – Beurteilung in der Allgemeinmedizin. Aust Fam Physician. 2008;37(5):341-7 http://www.racgp.org.au/afp/200805/200805kuo.pdf
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