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Ätiologie

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Viele Ursachen für Demenz sind irreversibel, daher liegt der Schwerpunkt der Diagnostik auf der Erkennung der behandelbaren Patientengruppe. Es gibt drei häufige Ursachen für Demenz:

  • Alzheimer-Krankheit (AD) – die Ursache der meisten Demenzfälle, die etwa 60 % aller Fälle ausmacht (1)
    • ist eine degenerative Hirnerkrankung mit schleichendem Beginn, die durch einen langsam fortschreitenden Rückgang der kognitiven Fähigkeiten und der Funktionsfähigkeit gekennzeichnet ist
  • vaskuläre Demenz (VaD) und Lewy-Körper-Demenz (DLB) sind für die meisten anderen Demenzfälle verantwortlich (jeweils 15 bis 20 % der Fälle) (1)
    • Die vaskuläre Demenz entsteht in der Regel durch multiple Infarkte oder eine generalisierte Kleingefäßerkrankung – sie tritt plötzlicher auf als die Alzheimer-Krankheit.
    • Die DLB verläuft langsam progressiv – die DLB weist viele Merkmale der Alzheimer-Krankheit und der Parkinson-Krankheit auf

Mischformen (z. B. Alzheimer-Krankheit und vaskuläre Demenz oder Alzheimer-Krankheit und Lewy-Körper-Demenz) werden zunehmend erkannt, insbesondere bei älteren Menschen (1).

Bei der früh einsetzenden Demenz ist die frontotemporale Demenz (FTD) eine wichtige Ursache (nach der Alzheimer-Krankheit) (1).

Weitere Ursachen für Demenz sind (machen weniger als 5 % aus):

  • andere degenerative Erkrankungen – Huntington-Krankheit
  • Prionenerkrankungen – Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
  • reversible Ursachen
    • psychiatrische Störungen – „Pseudodementie“ bei Depressionen
    • raumfordernde Läsionen
    • toxische und metabolische Störungen – alkoholbedingte Demenz, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
    • endokrine Anomalien – Hypothyreose (1)

Anmerkungen:

  • Rauchen als Risikofaktor für Demenz (2)
    • Ältere Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Demenz und kognitiven Verfall
  • Typ-2-Diabetes (T2D) wird mit einem leicht erhöhten Risiko für kognitive Funktionsstörungen in allen kognitiven Bereichen in Verbindung gebracht
    • Der Effekt scheint in allen Altersgruppen konsistent zu sein und ähnelt einer beschleunigten Alterung der Gehirnfunktion – allerdings besteht in älteren Altersgruppen auch ein erhöhtes Risiko für schwerwiegendere kognitive Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Demenz, was ein anderes Phänomen zu sein scheint (3)

Referenz:

  1. Reitz C, Mayeux R. Alzheimer-Krankheit: Epidemiologie, Diagnosekriterien, Risikofaktoren und Biomarker. Biochem Pharmacol. 15. April 2014;88(4):640-51.
  2. Anstey KJ et al. Rauchen als Risikofaktor für Demenz und kognitiven Verfall: eine Metaanalyse prospektiver Studien. Am J Epidemiol. 15. August 2007;166(4):367-78
  3. Pal K et al. Leichte kognitive Beeinträchtigung und Fortschreiten zur Demenz bei Menschen mit Diabetes, Prädiabetes und metabolischem Syndrom: eine systematische Übersicht und Metaanalyse. Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology 2018;53:1149–1160.

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